Here is your Beauty Standard. Sincerely, Facetune & Photoshop

Here is your Beauty Standard. Sincerely, Facetune & Photoshop

Vor 300 Jahren hatte die ideale Frau kleine Brüste, runde Hüften und Donnerschenkel. In den 1920er Jahren war in Amerika eine flachbrüstige jungenhafte Figur mit einem runden Gesicht und klitzekleinen Lippen das Schönheitsideal. Frauen ließen ihre Brüste tatsächlich binden, um ein flacheres Aussehen dieser zu erreichen. Die Ideale wandelten sich mit der Zeit. Bald wurden Modelle in Magazinen jünger, sichtbar dünner, zerbrechlicher und mädchenhafter in ihrem Aussehen. Dazu kam der technische Fortschritt. Photoshop beeinflusste die Modeindustrie so nachhaltig, wie Kate es für das Auftreten von Models tat. Der Beginn der professionellen Retusche von Bildern, war ein Wendepunkt in unserer kulturellen Wahrnehmung von Schönheit. Etwas, an dem wir sowohl Standards, als eigene Erwartungen ans uns selbst, heute messen. 

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Was sich mit Photoshop am Computer richten lässt, übernehmen Apps wie Facetune auf dem Smartphone. Die Haut wird wachsartig glatt, die Zähne makellos weiß, der Körper ohne eine einzige Falte, Vene oder Ausbuchtung. Lachende Gesichter haben keine natürlichen Lachfalten mehr, reife Körper zeigten keine Anzeichen von Hautalterung. Dank der extensiven Bildretusche, erschien uns das Natürliche unnatürlich. Wir vergessen, wie reale Körper und Gesichter aussehen während wir auf Airbrush-Ideal fixiert ains. Echte Haut mit echter Textur wirkt unattraktiv. Wir fühlen uns wie die einzigen Menschen, die mit Cellulite, Dehnungsstreifen und großen Poren zu kämpfen haben. Es gibt eine ganze Generation junger Frauen, die nicht weiß, dass "unvollkommene" Haut eigentlich normale Haut ist. Haut, die alle Menschen haben, egal ob sie Models, Schauspieler oder Grundschullehrer sind.

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An sich sind die Möglichkeiten den Bildretusche und Bildbearbeitungen heute mehr als erstaunlich. Sie haben den kreativen Bereich eines Feldes erweitert, in dem es usprünglich darum ging, Zeitmomente einzufangen. Das Prolem ist heute jedoch, dass zwischen Fantasie und Realität nicht mehr zu unterscheiden ist. Genau deshalb sollten wir öfter einen Moment inne halten und uns bewusst machen, dass wahre Schönheit nichts mit dem Streben nach Perfektion, mit dem Wunsch nach dem Unerreichbaren, zu tun hat. Es bedeutet anzunehmen, was ist und dafür dankbar zu sein. Wir alle haben nur diesen einen Körper, der uns ermöglicht uns in der Welt umherzubewegen. Wir alle haben nur diese eine Haut, die unser größtes Sinnesorgan ist. Und wir sollten uns viel bewusster sein, dass wir es sind, die den Wandel von Schönheitsidealen mit beeinflussen können. Sowohl im Alltag als auch online.

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all photos unretouched - wearing no make up at all, just applied moisturizer in the morning 


1 Kommentar

  1. 22. Januar 2018 / 11:54

    Wie unfassbar gut dein Text ist, danke dafür!

    Und wie unfassbar gut deine Haut ist, ohne Make-Up vor allem! Wenn ich meine Augenringe nicht abdecke, sind die so dunkellila wie die Nacht, haha. Aber das ist Veranlagung, schon in der Grundschule fragte meine Lehrerin besorgt meine Mutter, ob ich denn genug Schlaf bekäme, ich sähe immer so krank aus. Tja, it’s my face, selbst in der Grundschule wurde das schon thematisiert. Kein Wunder, dass ich heute immer Make-Up drauf mache, damit ich nicht von allen Seiten gefragt werde, ob ich krank bin 😉

    Ansonsten muss ich aber auch sagen, die Schönheitsideale wandeln sich, immer und immer wieder, live and let live, es wird auch wieder andere Zeiten geben. Mal sehen, was als Nächstes kommt 😉

    Liebste Grüße,
    Ricarda von CATS & DOGS fashion blog: http://wie-hund-und-katze.com/de/eos-x-berlin-fashion-week-diary/

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